Aktualisierung vom 08.12.2017

Lehrlingswesen

Die Zahlen zum Lehrlingswesen in Ostbelgien wurden aktualisiert. 2017 wurden insgesamt 229 Lehrverträge unterzeichnet, was einen Rückgang von 12,6 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Die nachfolgende Tabelle gibt pro Berufssparte die Entwicklung der abgeschlossenen Lehrverträge in der Deutschsprachigen Gemeinschaft für die letzten sechs Jahre wieder.

Neue Lehrverträge nach Berufssparte in der Deutschsprachigen Gemeinschaft (2012-2017)

  2012 2013 2014 2015 2016 2017

Einzelhandel/Dienstleistungen

52

43

57

58

52

38

Holz

39

36

43

33

40

29

Metall

44

46

37

40

34

31

Ernährung

27

25

29

27

24

14

Mechanik

30

29

28

34

24

28

Elektroberufe

31

23

24

28

23

14

Baufach

37

38

45

27

22

26

Gartenbau

6

11

15

17

13

16

Körperpflege

18

20

15

12

13

15

Anstrich/Raumausstattung

10

10

12

10

7

7

Druck

3

4

4

1

6

4

Andere

13

12

13

10

2

4

Tiere

1

2

4

2

2

3

TOTAL

313

299

326

299

262

229

Quelle: Institut für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand und in KMU, 2017

Die meisten neuen Lehrverträge wurden in der Branche Einzelhandel/Dienstleistungen abgeschlossen. An zweiter Stelle steht die Metallbranche, gefolgt von der Holzbranche.

Bis zum 1. Oktober 2017 wurden in den Ausbildungsbetrieben in der Deutschsprachigen Gemeinschaft insgesamt 229 neue Lehrverträge unterzeichnet. Seit 2014 nimmt somit die Anzahl der neuen Lehrlinge stetig ab. Als Grund nennt das IAWM geburtenschwächere Jahrgänge, wodurch die Bevölkerungsgruppe, die für eine Lehre überhaupt in Frage kommt, gesunken ist.

Außerdem sind 2017 insgesamt 107 Lehrstellen unbesetzt geblieben. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich diese Zahl der offenen Ausbildungsplätzen zwar leicht verringert (- 8 Stellen), trotzdem ist sie immer noch sehr hoch.

Als Grund nennt das IAWM die wachsende Ausbildungsbereitschaft der ostbelgischen Betriebe: 2017 erhielten 50 neue Betriebe bzw. Lehrmeister die  Anerkennung, zukünftig Lehrlinge auszubilden. Hinzu kommt der bereits oben erwähnte demographische Wandel sowie der Anstieg der Zahl der Abiturienten, die ein Studium beginnen.

Das IAWM führt in seiner Tätigkeit als Aufsichtsbehörde der Deutschsprachigen Gemeinschaft über die duale mittelständische Aus- und Weiterbildung weitere Analysen der Lehrlingszahlen 2017 durch:

  • Der Jungenanteil liegt bei 78,6% und der Mädchenanteil bei 21,4%.
  • Der am häufigsten gewählte Beruf der neue Lehrlinge ist Metallbauer (18 Verträge), gefolgt von Bauschreiner (17 Verträge) und Garten- und Landschaftsgestalter (16 Verträge).
  • Die ungleichmäßige Gewichtung der Geschlechterverhältnisse in den Branchen für Handwerk und Technik hält an. Die Mehrheit der jungen Frauen entscheidet sich für einen Ausbildungsvertrag im Einzelhandel, im Friseurhandwerk und in der Buchhaltung.
  • Das Durchschnittsalter bei Antritt der Lehre liegt bei 18,58 Jahren (Vergleich 2003: 16,6 Jahre). Der Stellenwert der dualen mittelständischen Ausbildung bei Abiturienten und Schülern der Oberstufe des Sekundarunterrichtes ist in den letzten Jahren gestiegen.
  • Die durchschnittliche Lehrvertragsdauer liegt bei 2,65 Jahren. Der Trend zur kürzeren Lehrdauer besteht weiterhin. Dies zeigt, dass die Jugendlichen, die sich für eine Lehre entscheiden, bisweilen über fachliche Vorkenntnisse im ausgewählten Beruf verfügen, so dass einer Verkürzung der vertraglich festgelegten Ausbildungsdauer zugestimmt werden kann.
  • Während 44,54% (102 Verträge) aller neuen Lehrlinge im Süden Ostbelgiens arbeiten, sind es im Norden 55,46% (127 Verträge).

Eine detaillierte Analyse der Lehrverträge mit weiteren Informationen steht im Downloadbereich zur Verfügung.

Das Institut für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand und in kleinen und mittleren Unternehmen (IAWM) analysiert jährlich die neu abgeschlossenen Lehrverträge. Die Erhebung der Daten erfolgt jeweils zum 1. Oktober des Jahres, der Stichtag an dem die gesetzliche Periode zum Abschluss von Lehrverträgen endet. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine Momentaufnahme aufgrund noch laufender Probezeiten, verspäteter Vertragsabschlüsse, Betriebs- und Berufswechsel und eventueller Abbrüche.