Aktualisierung vom 27.08.2019

Pendler nach Deutschland

Am 30.6.2018 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Pendler aus Belgien nach Deutschland bei 6.095 Personen. Dazu gehören NICHT Selbständige, Beamte und geringfügig Beschäftigte laut Definition der Bundesagentur für Arbeit.

Aktuelle Situation

51% dieser Personen verfügen über die deutsche Nationalität. Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil dieser Personen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnhaft ist. Für 2018 wurde dieser Anteil erstmals ermittelt, demnach wären rund 4.175 Auspendler in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnhaft.  Hinzu kämen rund 660 geringfügig Beschäftige (sowie eine unbekannte Zahl von Selbständigen, Beamten und Privatversicherten).

Bei den Pendlern insgesamt ist der Anteil der Frauen mit 48% sehr hoch, wesentlich höher z.B. als bei den Pendlern nach Luxemburg, wo er nur 33% beträgt.

Die meisten dieser Pendler arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen (18%), das seit einigen Jahren die herstellenden Industrien (17%) vom ersten Platz verdrängt hat.  An dritter Stelle steht der Handel (14%).

Der Anteil der Älteren (50+) an den Pendlern ist mit 44% sehr hoch und steigt von Jahr zu Jahr weiter an.

Pendler nach Deutschland – Anteile der wichtigsten Sektoren (2008-2018)

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Darstellung: Arbeitsamt

In Deutschland werden auch die ausgeübten Berufe erfasst.  Demnach sind die wichtigsten Berufsgruppen der Pendler aus Belgien die Büroberufe (17%), gefolgt von den medizinischen Gesundheitsberufen (13%), den Verkaufsberufen (6%) und der Gruppe Erziehung/ Sozialberufe (5%). 

Entwicklung

2014 hat die Bundesagentur eine Datenrevision durchgeführt und damit sind auch die Pendlerzahlen rückwirkend bis 2000 angepasst worden.  Dies hatte für die Pendler aus Belgien einen Korrektur der Zahlen nach unten zur Folge, insbesondere für die Jahre 2001-2004 (s. Grafik am Ende des Artikels).  Die Gesamtentwicklung wurde allerdings dadurch nicht wesentlich beeinflusst.

Zwischen 2006 und 2014 ist die Zahl der Pendler um rund 840 Personen gesunken (-12%).  Betroffen waren insbesondere Bürger deutscher Nationalität: Ihre Zahl ist in diesem Zeitraum um 20% gesunken. Diejenige der Belgier ist hingegen zunächst gesunken, steigt jetzt allerdings wieder an. Seit 2014 bleibt die Gesamtzahl der Pendler nach Deutschland relativ konstant um die 6.000, scheint in jüngster Zeit aber wieder etwas anzusteigen.

Pendler aus Belgien

nach Deutschland

2000 2004 2008 2010 2012 2014 2016 2017 2018
Deutsche 4.015 4.146 4.240 4.187 3.819 3.467 3.234 3.188

3.093

Belgier und sonstige 2.313 2.339 2.363 2.407 2.423 2.554 2.747 2.843 2.997
Gesamt 6.329 6.487 6.607 6.595 6.243 6.024 5.983 6.035 6.095

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Darstellung: ADG

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Auspendler/innen nach Deutschland 2018 um 60 Personen gestiegen, vorwiegend im Dienstleistungsbereich.

Im Vergleich zu 2008, dem Jahr der Wirtschaftskrise, sind es insbesondere das verarbeitende Gewerbe (-205 Personen), der Handel (-172 Personen) und die öffentliche Verwaltung (-120 Personen), die (in absoluter Zahl) die meisten Arbeitsplätze für Pendler aus Belgien eingebüßt haben. Da die Einteilung nach Wirtschaftszweigen 2008 geändert hat, ist ein Vergleich nach Sektoren mit früheren Jahren nicht mehr möglich. 

Betrachtet man die Entwicklung nach Qualifikation der Pendler, so ist festzustellen, dass der Anteil der Personen mit Fachhochschul- und Universitätsabschluss deutlich gestiegen ist (von 14% in 2000 auf 27% in 2018), während der Anteil der Pendler mit Berufsabschluss und derjenigen ohne Berufsabschluss bzw. mit unbekanntem Abschluss entsprechend gesunken ist (auf 47% bzw. 26%).

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Darstellung: ADG