Aktualisierung vom 29.06.2020

Notaufnahmewohnungen

2019 waren 87 Haushalte in den 71 Notaufnahmewohnungen der Deutschsprachigen Gemeinschaft vorübergehend untergebracht.

Menschen können aus verschiedenen Gründen plötzlich wohnungslos sein. Notaufnahmewohnungen dienen dazu, Menschen in einer wohnungslosen Notlage vorübergehend unterzubringen.

In Ostbelgien zur Verfügung stehende Notaufnahmewohnungen

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft standen zum 31. Dezember 2019 insgesamt 60 Notaufnahmewohnungen zur Verfügung. Diese 60 Wohnungen teilen sich in 53 Einzelwohnungen und 7 Gemeinschaftswohnungen auf. In den 7 Gemeinschaftswohnungen stehen 18 Wohneinheiten, die Platz für bis zu 49 Personen bieten, zur Verfügung. Bei einer Wohneinheit handelt es sich um einen Wohnraum oder mehrere Wohnräume, der/die innerhalb einer Gemeinschaftswohnung einem Haushalt zur Verfügung steht/stehen. Insgesamt können so in den 71 Wohneinheiten maximal 238 Personen gleichzeitig in den Notaufnahmewohnungen der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnen.

Die Nord-Süd-Streuung in den deutschsprachigen Gemeinden ist etwa 2/3 zu 1/3. Das ist im Vergleich zu den Bevölkerungsverhältnissen (etwa 6/10 zu 4/10) eine angemessene Verteilung.

Belegung der Notaufnahmewohnungen

Im Jahr 2019 waren 87 Haushalte in Notaufnahmewohnungen untergebracht (sind 2019 eingezogen oder lebten schon dort). In diesen 87 Haushalten lebten 219 Personen. Auffällig bei der Belegung ist:

  • 78 % der Haushalte zählen 1 oder 2 Personen. In 3 Fällen (Haushalte von 7 Personen) hat es, aus Mangel an Alternativen, eine leichte Überbelegung der Wohneinheit gegeben.
  • Der Anteil an Kinder beträgt 36%, was mit Ausnahme von 2018 (26 %) konstant zu den Vorjahren ist (bisheriger Mittelwert 35%).
  • Haushaltsvorstand sind in 60 % der Fälle Männer und in 40% der Fälle Frauen. Auch dieses Verhältnis ist seit mehreren Jahren gleichbleibend. Jede zehnte Unterbringung ist eine alleinerziehende Mutter (9 Haushalte).
  • Alleinlebende stellten die größte Gruppe der Haushalte dar (70 %), gefolgt von den Familien (15%), Alleinerziehenden (10%) und Paaren (5%). Jede zehnte Unterbringung ist eine alleinerziehende Mutter.
  • Die meisten Notlagen erleiden Menschen in relativ jungem Alter. Ungefähr 60 % der Unterbringungen betreffen jemanden im Alter bis 30 Jahre und jede zweite jemanden bis 24 Jahre. Der Anteil der 60-Jährigen und älter (8,05 %) ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, aber höher als 2017 (5 %).
  • Mehr als zwei Drittel der Bewohner stammten aus Belgien (71 %, 62 % aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft), 22% aus einem Nicht-EU-Land und 7 % aus der EU (ohne Belgien). Im Vergleich zu der Bevölkerungszahl nach Nationalität (Belgien: 78,7 %, EU-Staat: 17,7 %, Nicht-EU-Staat: 3,5 %) erlitten Nicht-EU-Bürger verhältnismäßig mehr Wohnnotlagen.
  • Die wenigsten Untergebrachten (2 %) haben gar kein Einkommen. Diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 6 % gesunken. 91 % beziehen ein Ersatzeinkommen. Das kann Arbeitslosengeld, Eingliederungseinkommen aber auch Rente, Invalidenrente, Krankengeld sein. Angesichts der Tatsache, dass mehr als 90% der Untergebrachten zur sogenannten aktiven Bevölkerung zählen, ist der Anteil der Lohnempfänger (7%) sehr gering. Eine Wohn-Notlage spiegelt also ganz klar ein gesamtheitliches Problem wider.
  • Die meist genannten Gründe für eine Unterbringung waren „Obdachlosigkeit und Wohnprobleme“, „familiäre Probleme“ und „persönliche/psychische Probleme“.

Im Downloadbereich dieses Artikels finden Sie einen ausführlichen Bericht zu den Notaufnahmewohnungen.