Aktualisierung vom 19.10.2018

Notaufnahmewohnungen

2017 waren 107 Haushalte in den 64 Notaufnahmewohnungen der Deutschsprachigen Gemeinschaft vorübergehend untergebracht.

Menschen können aus verschiedenen Gründen plötzlich wohnungslos sein. Notaufnahmewohnungen dienen dazu, Menschen in einer wohnungslosen Notlage vorübergehend unterzubringen.

In Ostbelgien zur Verfügung stehende Notaufnahmewohnungen

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft standen zum 31. Dezember 2017 insgesamt 64 Notaufnahmewohnungen zur Verfügung. Diese 64 Wohnungen teilen sich in 54 Einzelwohnungen und 10 Gemeinschaftswohnungen auf. In den 10 Gemeinschaftswohnungen stehen 29 Wohneinheiten zur Verfügung. Bei einer Wohneinheit handelt es sich um einen Wohnraum oder mehrere Wohnräume, der/die innerhalb einer Gemeinschaftswohnung einem Haushalt zur Verfügung steht/stehen. Insgesamt können so maximal 83 Haushalte bzw. 243 Personen gleichzeitig in den Notaufnahmewohnungen der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnen.

Die Verteilung der Notaufnahmewohnungen ist folgendermaßen: Ca. 75% der Wohnungen befinden sich im Norden und die restlichen 25% im Süden Ostbelgiens. Zum Vergleich: Im Norden der Deutschsprachigen Gemeinschaft leben 46.989 (61%) und im Süden 30.196 (39%) Menschen. Nachfolgende Tabelle zeigt die Verteilung der Notaufnahmewohnungen auf die Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Quelle: Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft 2018

Belegung der Notaufnahmewohnungen

Im Jahr 2017 waren 107 Haushalte in Notaufnahmewohnungen untergebracht (sind 2017 eingezogen oder lebten schon dort). In diesen 107 Haushalten lebten 183 Personen. Auffällig bei der Belegung ist:

  • ¾ der Haushalte bestanden aus ein oder zwei Person(en). Die durchschnittliche Haushaltsgröße sinkt seit mehreren Jahren in Folge. Die Wohnungen sind im Vergleich zum Bedarf oft etwas überdimensioniert: Jede zweite Wohnung war zur Hälfte oder weniger belegt.
  • Der Anteil Kinder betrug 35%, was konstant zu den Vorjahren ist.
  • Haushaltsvorstand waren in 60% der Fälle Männer und in 40% der Fälle Frauen. Auch dieses Verhältnis ist seit mehreren Jahren gleichbleibend.
  • Alleinlebende stellten die größte Gruppe der Haushalte dar (68%), gefolgt von den Alleinerziehenden (16%), Familien (12%) und Paaren (5%). Mehr als jede zehnte Unterbringung betraf eine alleinerziehende Mutter (13%).
  • Die meisten Notlagen erlitten Menschen in relativ jungem Alter. 2 von 3 Unterbringungen betrafen Personen im Alter bis 30 Jahre und jede zweite Personen bis 24 Jahre.
  • Mehr als die Hälfte der Bewohner stammten aus Belgien (55 %, 44% aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft), 26% aus einem Nicht-EU-Land und 19 % aus der EU (ohne Belgien). Im Vergleich zu der Bevölkerungszahl nach Nationalität (Belgien: 79%, EU-Staat: 18%, Nicht-EU-Staat: 3%) erlitten Nicht-EU-Bürger verhältnismäßig mehr Wohnnotlagen.
  • 89,5% der Untergebrachten bezogen ein Ersatzeinkommen. Ein Ersatzeinkommen kann Arbeitslosengeld, Eingliederungseinkommen aber auch Rente, Invalidenrente oder Krankengeld sein. 4,8% bezogen gar kein Einkommen und 5,7% waren Lohnempfänger.
  • Die meist genannten Gründe für eine Unterbringung waren „Obdachlosigkeit und Wohnprobleme“, „familiäre Probleme“, „persönliche/psychische Probleme“ und „Alkohol/Drogen/Sucht“.