Aktualisierung vom 25. März 2019

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosenrate (Jahresdurchschnitt 2018) in der Deutschsprachigen Gemeinschaft belief sich auf 7,0% und ist erneut gesunken (Vorjahr 7,6%). Wie alt sind die Betroffenen? Wie lange sind sie im Schnitt ohne Job? Wie sieht die Qualifikationsstruktur aus?

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft waren im Jahresschnitt 2018 rund 2.360 arbeitslose Arbeitsuchende (=Vollarbeitslose) gemeldet (Schnitt 2017: 2.567 Personen). Dabei handelt es sich um Personen, die

  • ohne Beschäftigung sind

  • dem Arbeitsmarkt unmittelbar zur Verfügung stehen

  • aktiv eine Beschäftigung suchen

Davon erheben rund 70% Anspruch auf Arbeitslosengeld, die übrigen sind Personen, die (zumindest zeitweilig) keinen Anspruch auf Entschädigung haben.

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In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Arbeitslosengeldempfänger an den Arbeitsuchenden zurückgegangen, während umgekehrt der Anteil der verpflichtend eingetragenen Personen (insbesondere der via ÖSHZ Eingetragenen) angestiegen ist.

Die Arbeitslosenrate (Anteil der Vollarbeitslosen an der aktiven Bevölkerung, Stand 2016) in der Deutschsprachigen Gemeinschaft belief sich auf 7,0% und ist damit erneut deutlich gesunken (Vorjahr 7,6%). Die Zahl der Arbeitslosen ist im Jahresdurchschnitt um 207 Personen zurückgegangen und somit nun im dritten Jahr in Folge rückläufig.

Aufteilung nach Altersgruppen und Dauer der Arbeitslosigkeit

Die Aufgliederung der Arbeitslosen nach Altersgruppen zeigt, dass mittlerweile schon 37% der Arbeitslosen älter als 50 Jahre sind. Verglichen mit dem Jahr 2001, als die Arbeitslosigkeit in Ostbelgien ihren bisherigen Tiefststand erreichte, hat sich die Zahl der über 50jährigen Arbeitslosen bis 2015 mehr als verfünffacht!

Der Anteil der über 50jährigen an den Vollarbeitslosen ist seit 2001 von 12% auf 37% gestiegen, während der Anteil der Jugendlichen mit 17% leicht gesunken ist.

Was die Dauer der Arbeitslosigkeit betrifft, so waren gut 34% der Arbeitslosen im Schnitt weniger als 6 Monate arbeitslos und zählen damit zu den Kurzzeitarbeitslosen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (über 1 Jahr arbeitslos) ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 5% gesunken.

Allerdings ist darunter die Zahl der Personen, die seit mehr als 5 Jahren arbeitslos sind, quasi gleich geblieben und mit 453 Personen so hoch wie nie zuvor.

Aufteilung nach Qualifikation und Sektor

Die Qualifikationsstruktur der Arbeitslosen ist in den letzten Jahren recht konstant geblieben.  Der Rückgang der Arbeitslosenzahl der letzten vier Jahre hat alle Ausbildungsniveaus fast gleichermaßen erfasst.  Längerfristige Vergleiche sind jedoch nur bedingt möglich, da die Erfassung des Ausbildungsniveaus (insbesondere der sonstigen, meist ausländischen Ausbildungen) mehrfach geändert hat. 2018 profitierten Arbeitsuchende mit niedrigeren Abschlüssen (höchstens Lehre) sogar noch stärker vom Rückgang als Personen mit Abitur oder Hochschul- bzw. Universitätsabschluss.

Entwicklung

Nachdem die Arbeitslosigkeit 2001 ihren bisherigen Tiefststand in Ostbelgien erreicht hatte (1.462 Arbeitslose und eine Arbeitslosenquote von 4,8% im Jahresdurchschnitt), kletterte die Zahl der Arbeitslosen im Anschluss daran bis August 2006 auf fast 3.000 Personen. Durch den konjunkturellen Aufschwung in den Jahren 2007 und 2008 sank die Zahl der Arbeitslosen wiederum um jeweils rund 4% in beiden Jahren.

Ab September 2008 kehrte sich die Tendenz jedoch im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise wieder um: Die Arbeitslosenzahlen stiegen an und erreichten im Schnitt 2014 – nach einer vorübergehenden leichten Erholung im Jahr 2011 – einen neuen Höchststand.

Seitdem ist erfreulicherweise wieder ein Rückgang der Arbeitslosigkeit festzustellen. Infolgedessen sinkt die Arbeitslosenrate von 8,8% im Jahr 2014 auf 7,0% im Jahr 2018 und liegt damit erstmals wieder unter dem Vor-Krisenniveau von 2008 (7,4%).

Die Arbeitslosenrate in Ostbelgien ist im Schnitt 2018 weiterhin höher als in Flandern (6,5%), bleibt aber auch deutlich unter dem Niveau der Wallonie (ohne Deutschsprachigen Gemeinschaft 13,4%) und der Region Brüssel-Hauptstadt (18,5%).

Detaillierte Informationen finden Sie in den weiterführenden Artikeln.