Demoskopische Umfrage 2020

Umfrage zu Corona-Krise: Mit welchen Fragen beschäftigte sich Ostbelgien?

Die Antworten dazu liefert eine frisch abgeschlossene Befragung. Im Juni kontaktierte das renommierte Marktforschungsinstitut forsa 1.000 Ostbelgier ab 18 Jahren mithilfe computergestützter Telefoninterviews. Lesen Sie, wie die Studie ausfiel!

Persönliche und wirtschaftliche Zukunftsaussichten

83 % der Befragten blicken persönlich optimistisch oder sehr optimistisch in die Zukunft. Damit weichen die aktuellen persönlichen Zukunftsaussichten nicht wesentlich von den in früheren Erhebungen ermittelten Erwartungen ab.

Weniger optimistisch empfinden die Befragten die Erwartungen im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung: Hatten sich in der letzten Erhebung 2018 noch 84 Prozent optimistisch gezeigt, beurteilen noch 64 Prozent die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten in Ostbelgien (sehr) optimistisch, 33 Prozent hingegen eher bzw. sehr pessimistisch.

Sorgen wegen und Betroffenheit von der Corona-Krise

Auf die offen und ohne Vorgaben gestellte Frage, was ihnen im Zusammenhang mit der Corona-Krise die meisten Sorgen bereitet, werden in erster Linie die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise genannt. Daneben werden auch Sorgen vor dem Virus selbst und den gesellschaftlichen Folgen der Corona-Krise geäußert. Lediglich 7 Prozent äußern keinerlei Sorgen im Zusammenhang mit der Corona-Krise.

Auch zu den positiven Erlebnissen oder Erfahrungen wurde eine offene Frage gestellt. Hier wurde festgestellt, dass eine große Mehrheit der Befragten auch von positiven Dingen berichten können. Mit Abstand am häufigsten nennen die Bewohner in Ostbelgien die Erfahrung der „Entschleunigung“ und den Zuwachs an Zeit (insbesondere mit der Familie). Daneben werden als positive Erfahrungen auch der Zusammenhalt sowie eine gestiegene Hilfsbereitschaft, die Pflege sozialer Kontakte und eine „Rückbesinnung auf das Wesentliche“ hervorgehoben.

Krisenmanagement der Regierung und Akzeptanz der Maßnahmen

In der Beurteilung, wie die Ostbelgier das bisherige Krisenmanagement der föderalen Regierung in Brüssel und das der Deutschsprachigen Gemeinschaft sehen, zeigen sich recht deutliche Unterschiede:

  • So sind mit der bisherigen Arbeit der föderalen Regierung in Brüssel 58 Prozent der Bewohner in Ostbelgien (sehr) zufrieden und 37 Prozent weniger bzw. gar nicht zufrieden.

  • Mit der bisherigen Arbeit der Deutschsprachigen Gemeinschaft sind dagegen 78 Prozent der Bürger in Ostbelgien (sehr) zufrieden und nur 19 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden.

Was die Akzeptanz der getroffenen politischen Maßnahmen Eindämmung der Corona-Pandemie betrifft, empfindet eine Mehrheit der Bürger in Ostbelgien (66 %) diese insgesamt für angemessen. 22 Prozent gehen die Maßnahmen zu weit, 10 Prozent gehen sie nicht weit genug. Konkret nach der Einschätzung zu einzelnen getroffenen Maßnahmen gefragt, zeigt sich bei allen Maßnahmen – mit Abstufungen – eine hohe Akzeptanz.

Informationsverhalten und Glaubwürdigkeit der Informationen

Um sich über die Corona-Krise zu informieren, nutzen die Ostbelgier mit Abstand am häufigsten persönliche Gespräche mit Verwandten, Freunden und Bekannten (88 %) sowie das Fernsehen (81 %). 78 Prozent haben sich (auch) über das Radio zur Corona-Krise informiert, 66 Prozent über Nachrichtenseiten im Internet und 60 Prozent mithilfe von Tageszeitungen. Weniger als die Hälfte der Befragten hat sich über die Corona-Krise in sozialen Netzwerken (41 %), über die Internetseite „Ostbelgienlive.be“ (38 %) und über Internetseiten von wissenschaftlichen Einrichtungen (34 %) informiert.

Eine Mehrheit von 72 Prozent der Bewohner in Ostbelgien hält die Informationen der föderalen Regierung in Brüssel zur Corona-Krise für (sehr) glaubwürdig. 25 Prozent halten die Informationen der föderalen Regierung für wenig oder gar nicht glaubwürdig.

Das Vertrauen der Bewohner Ostbelgiens in die Informationen der Deutschsprachigen Gemeinschaft zur Corona-Krise ist sogar noch höher als in die Informationen der föderalen Regierung: 86 Prozent (gegenüber 72 Prozent) halten die Informationen der Deutschsprachigen Gemeinschaft für (sehr) glaubwürdig, nur 10 Prozent hingegen für wenig bzw. gar nicht glaubwürdig.

Was Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit dem Corona-Virus anbetrifft, so neigt eine Minderheit der Bewohner in Ostbelgien dazu.

Detaillierte Statistiken und den vollständigen Bericht erhalten Sie im weiterführenden Link.