Arbeitnehmer

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft gibt es derzeit 22.685 Arbeitsplätze (teil- oder vollzeitig), die sich auf 2.226 Betriebssitze verteilen (Stand Ende zweites Trimester 2017).

Die Aufteilung nach Gemeinden zeigt klar die Bedeutung der Gemeinde Eupen. Hier sind fast die Hälfte aller Arbeitsplätze und ein Drittel der Betriebe und Einrichtungen zu finden.

Anzahl Betriebssitze und Arbeitnehmer pro Gemeinde (30.06.2017)

 

Betriebssitze

 

Arbeitnehmer

   

Männer

Frauen

Gesamt

in %

Amel

141

6,3%

700

303

1.003

4,4%

Büllingen

148

6,6%

727

458

1.185

5,2%

Burg Reuland

63

2,8%

168

129

297

1,3%

Bütgenbach

175

7,9%

723

686

1.409

6,2%

St. Vith

463

20,8%

1.895

2.156

4.051

17,9%

Kanton St. Vith

990

44,5%

4.213

3.732

7.945

35,0%

Eupen

749

33,6%

5.233

5.368

10.601

46,7%

Kelmis

156

7,0%

602

517

1.119

4,9%

Lontzen

114

5,1%

646

414

1.060

4,7%

Raeren

217

9,7%

1.191

769

1.960

8,6%

Kanton Eupen

1.236

55,5%

7.672

7.068

14.740

65,0%

Deutschsprachige Gemeinschaft

2.226

100%

11.885

10.800

22.685

100%

Quelle: ONSS/LSS

In Ostbelgien sind vorwiegend kleine mittelständische Betriebe angesiedelt. In rund 84 % der Betriebssitze privater Arbeitgeber sind weniger als 10 Arbeitnehmer beschäftigt und nur in 1 % der Betriebssitze sind mehr als 100 Personen beschäftigt. 

Die beschäftigungsintensivsten Sektoren sind das verarbeitende Gewerbe (22 % Anteil am Gesamt), Handel und KFZ (13 %) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (13 %). Damit sind in Ostbelgien deutlich mehr Personen im verarbeitenden Gewerbe beschäftigt als in den anderen Landesteilen (belgischer Durchschnitt: 12 % aller Arbeitnehmer). Umgekehrt ist in Ostbelgien der Anteil der Beschäftigten in den Dienstleistungen für Unternehmen deutlich niedriger.

Anteil der Arbeitnehmer pro Sektor -  Ostbelgien & Regionen 2017

Arbeitnehmer

Der Anteil der Frauen unter den Arbeitnehmern steigt stetig an und liegt mittlerweile mit 48 % quasi auf Landesniveau (49 %). Im Dienstleistungssektor stellen die Frauen die Mehrheit der Beschäftigten (61 %), während sie im Sekundärsektor nur 16 % der Arbeitnehmer ausmachen.

Ein Großteil der Arbeitnehmerinnen aus Ostbelgien (68 %) ist teilzeitbeschäftigt. Bei Männern ist die Teilzeitbeschäftigung mit 15 % noch eher die Ausnahme und wird vorwiegend von älteren Beschäftigten in Anspruch genommen. Insgesamt ist die Tendenz zur Teilzeitarbeit bei Männern und bei Frauen in den letzten Jahren gestiegen. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten ist rückläufig. Auch im Vergleich zu den anderen Landesteilen arbeiten in Ostbelgien deutlich mehr Frauen in Teilzeit.

Frappierend ist die Entwicklung der Altersstruktur der Arbeitnehmer: Seit dem Jahr 2000 ist der Anteil der Beschäftigten über 50 Jahren von 16 % auf 33 % gestiegen. In der Altersgruppe von 30-44 Jahren macht sich ein starker Rückgang bemerkbar. Die Zahl der jugendlichen Arbeitnehmer ist lange stabil geblieben, seit 2013 dann aber deutlich gesunken.

Entwicklung der Arbeitnehmerzahl aus Ostbelgien pro Altersgruppe (2000-2017)

Arbeitnehmer

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitsplätze in Ostbelgien 2017 weiter gestiegen (+ 263 Arbeitsplätze bzw. +1,2 %). Das verarbeitende Gewerbe legte vergleichsweise kräftig zu (+128 bzw. +2,6 %) und umfasst damit zum ersten Mal seit langen Jahren wieder über 5.000 Arbeitsplätze. Verantwortlich dafür waren insbesondere das Nahrungsmittelgewerbe sowie die Metall- und die Kunststoffverarbeitung. Im Baugewerbe gingen 2017 hingegen knapp 60 Arbeitsplätze verloren.

Im Dienstleistungssektor stieg die Zahl der Arbeitsplätze ebenfalls weiter an (+175 Arbeitsplätze bzw. +1,1 %): Vor allem in der öffentlichen Verwaltung (+95) und im Gastgewerbe (+72) konnten in diesem Jahr deutliche Zugewinne registriert werden. Die Beschäftigung im Handel war hingegen rückläufig (-51).

In den anderen belgischen Regionen ist die Zahl der Arbeitsplätze 2017 im Vergleich zum Vorjahr noch etwas kräftiger angestiegen als in Ostbelgien, und zwar um +1,7 % im belgischen Durchschnitt.