Arbeitnehmer

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft werden derzeit 22.422 Arbeitsplätze gezählt (teil- oder vollzeitig), die sich auf 2.251 Betriebssitze verteilen (Stand Ende zweites Trimester 2016).

Die Aufteilung nach Gemeinden zeigt klar die Bedeutung der Gemeinde Eupen, wo fast die Hälfte aller Arbeitsplätze zu finden ist, während der Anteil der Betriebe und Einrichtungen sich auf rund ein Drittel beläuft.

Anzahl Betriebssitze und Arbeitnehmer pro Gemeinde (30.06.2016)

 

Betriebssitze

 

Arbeitnehmer

   

Männer

Frauen

Gesamt

in %

Amel

139

6,2%

686

310

996

4,4%

Büllingen

153

6,8%

730

434

1.164

5,2%

Burg Reuland

60

2,7%

179

129

308

1,4%

Bütgenbach

169

7,5%

740

665

1.405

6,3%

St. Vith

466

20,7%

1.805

2.110

3.915

17,5%

Kanton St. Vith

987

43,8%

4.140

3.648

7.788

34,7%

Eupen

780

34,7%

5.350

5.342

10.692

47,7%

Kelmis

153

6,8%

599

485

1.084

4,8%

Lontzen

115

5,1%

558

400

958

4,3%

Raeren

216

9,6%

1.134

766

1.900

8,5%

Kanton Eupen

1.264

56,2%

7.641

6.993

14.634

65,3%

Deutschsprachige Gemeinschaft

2.251

100%

11.781

10.641

22.422

100%

Quelle: ONSS/LSS

In Ostbelgien sind vorwiegend kleine mittelständische Betriebe angesiedelt.  In rund 85% der Betriebssitze privater Arbeitgeber sind jeweils weniger als 10 Arbeitnehmer beschäftigt und nur in knapp 1% der Betriebssitze sind mehr als 100 Personen beschäftigt. 

Die beschäftigungsintensivsten Sektoren sind das verarbeitende Gewerbe (22% Anteil am Gesamt), Handel und KFZ (13%) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (13%).  Damit sind in Ostbelgien deutlich mehr Personen im verarbeitenden Gewerbe beschäftigt als in den anderen Landesteilen (belgischer Durchschnitt: 12% aller Arbeitnehmer).  Umgekehrt ist in Ostbelgien der Anteil der Beschäftigten in den Dienstleistungen für Unternehmen deutlich niedriger.

Anteil der Arbeitnehmer pro Sektor -  Ostbelgien & Regionen 2016

Arbeitnehmer

Der Anteil der Frauen an den Arbeitnehmern steigt stetig an und liegt mittlerweile mit 47% quasi auf Landesniveau (49%).  Im Dienstleistungssektor stellen die Frauen die Mehrheit der Beschäftigten (61%), während sie im Sekundärsektor nur 16% der Arbeitnehmer ausmachen.

Ein Großteil der Arbeitnehmerinnen aus Ostbelgien (68%) ist teilzeitbeschäftigt, während die Teilzeitbeschäftigung bei Männern mit 14% noch eher die Ausnahme ist und vorwiegend von älteren Beschäftigten in Anspruch genommen wird.  Insgesamt ist in den letzten Jahren die Tendenz zur Teilzeitarbeit sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen gestiegen, während die Zahl der Vollzeitbeschäftigten rückläufig ist. 2016 ist allerdings zum ersten Mal seit vielen Jahren die Zahl der Vollzeitbeschäftigten nochmals angestiegen (und die Zahl der Teilzeitbeschäftigten gleich geblieben).

Frappierend ist die Entwicklung der Altersstruktur der Arbeitnehmer:  Seit dem Jahr 2000 ist der Anteil der Beschäftigten über 50 Jahre von 16% auf 31% gestiegen und ein starker Rückgang macht sich in den Altersgruppen von 30-44 Jahre bemerkbar.  Die Zahl der jugendlichen Arbeitnehmer ist lange stabil geblieben, seit 2013 dann aber deutlich gesunken.

Entwicklung der Arbeitnehmerzahl aus Ostbelgien pro Altersgruppe (2000-2016)

Arbeitnehmer

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitsplätze in der DG 2016 zum zweiten Mal in Folge deutlich gestiegen (+436 Arbeitsplätze bzw. +2,0%).  In diesem Jahr legte auch der Sekundärsektor vergleichsweise kräftig zu (+177 bzw. +2,8%) und erreichte damit den höchsten Stand seit 2001.  Hierfür verantwortlich waren insbesondere die Metall- und die Kunststoffverarbeitung (jeweils rund +50 Arbeitsplätze).

Im Dienstleistungssektor stieg die Zahl der Arbeitsplätze ebenfalls weiter an (+257 Arbeitsplätze bzw. +1,7%):  Vor allem im Zeitarbeitssektor (+116), aber auch in den öffentlichen Sektoren Unterrichtswesen (+99), Gesundheits- und Sozialsektor (+66) und in der Öffentlichen Verwaltung (+60) konnten deutliche Zugewinne registriert werden. Deutlich rückläufig hingegen war die Beschäftigung im Transportsektor (-52) und im Finanz- und Versicherungssektor (-48).

In den anderen belgischen Regionen ist die Zahl der Arbeitsplätze von 2015 nach 2016 ebenfalls gestiegen (um +1,1% im belgischen Durchschnitt).