Einkommensverteilung der privaten Haushalte

Einkommensverteilung der privaten Haushalte

Das Einkommen der Haushalte setzt sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen:

  • Das Primäreinkommen umfasst insbesondere Arbeitnehmerentgelte, Betriebsüberschüsse und Selbständigeneinkommen sowie Zinsen, Dividenden und Mieteinnahmen.

  • Das Sekundäreinkommen umfasst insbesondere die Sozial- und Transferleistungen (Kindergeld, Arbeitslosengeld...), die die Haushalte überwiegend seitens des Staats erhalten, abzüglich der von den Haushalten zu entrichtenden Einkommens-, Vermögenssteuern und Sozialbeiträge.

    Aus der Summe beider Einkommen ergibt sich das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte.

    Mit durchschnittlich 23.379 Euro je Person erwirtschaftet die Deutschsprachige Gemeinschaft mittlerweile ein höheres Primäreinkommen als die Wallonische Region (22.411 Euro), aber noch ein deutlich niedrigeres als Flandern (27.993 Euro).

Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte je Einwohner (2003 und 2017)

 

Quelle: Institut des Comptes Nationaux, Comptes régionaux

Das verfügbare Einkommen pro Einwohner liegt in der Deutschsprachigen Gemeinschaft mit 19.701 Euro nach wie vor unter dem belgischen Durchschnittswert von 20.660 Euro.   Allerdings wird der Abstand tendenziell immer geringer, da das verfügbare Einkommen hierzulande v.a. zwischen 2010 und 2015 deutlich stärker angewachsen ist als in den anderen Regionen.  Verglichen mit der Wallonie und Brüssel liegt die Deutschsprachige Gemeinschaft mittlerweile schon deutlich vorn. Im Vergleich zum belgischen Durchschnitt beträgt der Rückstand nur noch 5% und zu Flandern 10%. 

2017 ist das verfügbare Einkommen pro Einwohner in der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Vergleich zum Vorjahr um 3,3% gestiegen, was exakt dem Landesschnitt entspricht.  Über den gesamten Zeitraum 2003 – 2017 ist das (nominale) Einkommen hier mit +48% stärker gestiegen als im belgischen Durchschnitt (+35%).

Die Einkommensstruktur der Haushalte in Prozent des Primäreinkommens (2017)

 

Deutschsprachige Gemeinschaft

Flandern

Wallonie

Brüssel

Belgien

Betriebsüberschuss und Selbständigeneinkommen

15%

14%

12%

14%

13%

Arbeitnehmerentgelte

77%

77%

80%

78%

78%

Netto Vermögenseinkommen

7%

10%

8%

9%

9%

Primäreinkommen

100%

100%

100%

100%

100%

Monetäre Sozialleistungen

27%

28%

34%

27%

30%

Netto Sonstige Transfers

3%

2%

3%

3%

2%

Einkommen- und Vermögenssteuern

14%

19%

19%

16%

19%

Sozialbeiträge

28%

29%

30%

28%

29%

Verfügbares Einkommen

84%

79%

84%

82%

81%

Quelle: Institut des Comptes Nationaux, Comptes régionaux

Der gewichtigste Teil des Primäreinkommens sind die Arbeitnehmerentgelte. Letztere umfassen die Bruttolöhne und -gehälter, die Sozialabgaben zu Lasten des Arbeitgebers sowie die Sozialbeiträge der Arbeitnehmer.  Mit einem Anteil von 77% in 2017 liegt die Deutschsprachige Gemeinschaft in diesem Jahr nur leicht unter dem belgischen Durchschnitt.  

Verglichen mit den anderen Landesteilen nehmen mit 15% die Betriebsüberschüsse und Selbständigeneinkommen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft (noch) einen vergleichsweise etwas höheren Anteil am Primäreinkommen ein. Auf der anderen Seite liegt der Anteil des Vermögenseinkommens hier mit 7% knapp unter dem Landesdurchschnitt.

Betrachtet man die sekundäre Einkommensverteilung der Haushalte 2017, fällt ebenfalls der mit 14% geringer ausfallende Anteil der gezahlten Einkommens- und Vermögenssteuern der in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnhaften Bevölkerung auf.  Damit liegt der Anteil 5 Prozentpunkte unter dem belgischen Durchschnitt.