Einkommensverteilung der privaten Haushalte

Einkommensverteilung der privaten Haushalte

Das Einkommen der Haushalte setzt sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen:

  • Das Primäreinkommen umfasst insbesondere Arbeitnehmerentgelte, Betriebsüberschüsse und Selbständigeneinkommen, sowie Zinsen, Dividenden und Mieteinnahmen.

  • Das Sekundäreinkommen umfasst insbesondere die Sozial- und Transferleistungen (Kindergeld, Arbeitslosengeld...), welche die Haushalte überwiegend seitens des Staats erhalten, abzüglich der von den Haushalten zu entrichtenden Einkommens-, Vermögenssteuern und Sozialbeiträgen.

Aus der Summe beider Einkommen ergibt sich das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte.

Mit durchschnittlich 21.656 € je Person erwirtschaftet die Deutschsprachige Gemeinschaft mittlerweile ein höheres Primäreinkommen als die Wallonischen Region (21.020 €), aber noch ein deutlich niedrigeres als Flandern (26.091 €).

Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte je Einwohner (2003 und 2014)

Einkmmensverteilung private Haushalte

Quelle: Institut des Comptes Nationaux, Comptes régionaux

Das verfügbare Einkommen pro Einwohner liegt in der Deutschsprachigen Gemeinschaft mit 17.815 € deutlich hinter dem belgischen Durchschnittswert von 18.663 €.  Die Einwohner der Deutschsprachigen Gemeinschaft verfügen demnach über ein Einkommen, das um 5% niedriger als im belgischen Durchschnitt und 10% niedriger als in Flandern ist. Allerdings wird der Abstand von Jahr zu Jahr geringer, da das verfügbare Einkommen v.a. nach 2009 deutlich stärker angewachsen ist als in den anderen Regionen. Verglichen mit der Wallonie und Brüssel liegt die Deutschsprachige Gemeinschaft mittlerweile vorne.

So ist das verfügbare Einkommen pro Einwohner in der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Vergleich zum Vorjahr um 2,1% gestiegen, während es im Landesschnitt nur um 0,2% gestiegen ist. Auch über den Zeitraum 2002 – 2014 ist das (nominale) Einkommen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft mit +34% stärker gestiegen als im belgischen Durchschnitt (+23%).

Die Einkommensstruktur der Haushalte in Prozent des Primäreinkommens (2014)

 

Deutschsprachige Gemeinschaft

Flandern

Wallonie

Brüssel

Belgien

Betriebsüberschuss und Selbständigeneinkommen

14%

11%

10%

12%

11%

Arbeitnehmerentgelte

77%

78%

81%

78%

79%

Netto Vermögenseinkommen

8%

11%

9%

10%

10%

Primäreinkommen

100%

100%

100%

100%

100%

Monetäre Sozialleistungen

27%

28%

34%

29%

30%

Netto Sonstige Transfers

2%

2%

2%

2%

2%

Einkommen- und Vermögenssteuern

14%

20%

20%

17%

20%

Sozialbeiträge

29%

31%

32%

30%

31%

Verfügbares Einkommen

82%

76%

81%

79%

78%

Quelle: Institut des Comptes Nationaux, Comptes régionaux

Der gewichtigste Teil des Primäreinkommens sind die Arbeitnehmerentgelte. Letztere umfassen die Bruttolöhne und -gehälter, die Sozialabgaben zu Lasten des Arbeitgebers sowie die Sozialbeiträge der Arbeitnehmer. Mit einem Anteil von 77% in 2014 liegt die Deutschsprachige Gemeinschaft in diesem Jahr leicht unter dem belgischen Durchschnitt.

Verglichen mit den anderen Landesteilen nehmen die Betriebsüberschüsse und Selbständigeneinkommen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft mit 14% einen vergleichsweise hohen Anteil am Primäreinkommen ein. Auf der anderen Seite liegt der Anteil des Vermögenseinkommens mit 10% unter dem Landesdurchschnitt.

Betrachtet man die sekundäre Einkommensverteilung der Haushalte 2014, fällt zunächst einmal der mit 27% im innerbelgischen Vergleich etwas geringer ausfallende Anteil der empfangenen monetären Sozialleistungen auf. Prägnant ist zudem der mit 14% bedeutend geringer ausfallende Anteil der gezahlten Einkommens- und Vermögenssteuern der in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnhaften Bevölkerung. Damit liegt der Anteil 6 Prozentpunkte unter dem belgischen Durchschnitt.