Entwicklung

Entwicklung zum Vorjahr

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitsplätze in Ostbelgien 2017 weiter gestiegen (+263 Arbeitsplätze bzw. +1,2 %).  Das verarbeitende Gewerbe legte vergleichsweise kräftig zu (+128 bzw. +2,6 %) und umfasst damit zum ersten Mal seit langen Jahren wieder über 5.000 Arbeitsplätze. Hierfür verantwortlich waren insbesondere das Nahrungsmittelgewerbe sowie die Metall- und die Kunststoffverarbeitung. Im Baugewerbe gingen hingegen 2017 knapp 60 Arbeitsplätze verloren.

Im Dienstleistungssektor stieg die Zahl der Arbeitsplätze ebenfalls weiter an (+175 Arbeitsplätze bzw. +1,1 %): Vor allem in der öffentlichen Verwaltung (+95) und im Gastgewerbe (+72) konnten in diesem Jahr deutliche Zugewinne registriert werden. Die Beschäftigung im Handel war rückläufig hingegen (-51).

In den anderen belgischen Regionen ist die Zahl der Arbeitsplätze 2017 noch etwas kräftiger angestiegen als in Ostbelgien, und zwar um +1,7 % im belgischen Durchschnitt. Der Anstieg betrug jeweils +1,9 % in Wallonien und in Flandern, aber nur +0,9 % in Brüssel. Innerhalb der Deutschsprachigen Gemeinschaft war der Anstieg stärker im Kanton St. Vith (+157 Arbeitsplätze) als im Kanton Eupen (+106 Arbeitsplätze).

Entwicklung seit 1990

Auch wenn ein Vergleich der Branchen im Detail nicht mehr möglich ist, sind einige Tendenzen weiterhin erkennbar: So ist die Beschäftigung insbesondere im Gesundheits- und Sozialbereich sowie bei den Dienstleistungen für Unternehmen enorm angestiegen. Der Transportsektor weist eine stark negative Entwicklung auf (z. T. aufgrund von Auslagerung ins Ausland). Im verarbeitenden Gewerbe haben sehr unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Branchen insgesamt mehr oder weniger zu einem Status quo geführt. Das Baugewerbe weist leichte Einbußen auf. Ein detaillierter Vergleich ist aufgrund der veränderten NACE-Klassifizierung allerdings nicht mehr möglich.

Verglichen mit den anderen Landesteilen war das Beschäftigungswachstum in Ostbelgien bis 2000 überdurchschnittlich hoch. Von 2000 bis 2006 stagnierte die Zahl der Arbeitsplätze jedoch, während sie in den beiden großen Regionen weiter zunahm. Dadurch wurde Ostbelgien in punkto Wachstum von den anderen Landesteilen überflügelt. Erst 2007 und 2008 wurden auch hier wieder bedeutende Zuwächse registriert, so dass Ostbelgien wieder langsam zu den anderen Regionen aufschloss. In Folge der Wirtschaftskrise hat die Beschäftigungssituation in Ostbelgien 2009 und auch 2011 wieder vergleichsweise stärker gelitten als in der Wallonie oder Flandern. Auch 2014 stand ein leichter Rückgang in Ostbelgien einem Anstieg in den anderen Regionen gegenüber. Seitdem jedoch fiel der Beschäftigungsanstieg ins Ostbelgien etwas stärker aus als in den anderen Landesteilen.

Insgesamt liegt die Beschäftigung in Ostbelgien seit 2016 wieder über dem Stand von 2008 (vor der Wirtschaftskrise), was in den anderen Regionen schon länger der Fall ist.

Entwicklung der Arbeitnehmerzahl pro Region (1990-2017)

Arbeitnehmer
Arbeitnehmer

Quelle: LSS

Die insgesamt sehr positive Beschäftigungsentwicklung seit 1990 ist auf den Anstieg bei den Arbeitnehmerinnen zurückzuführen. Ihre Zahl ist von knapp 7.000 auf rund 10.800 stetig gestiegen, während die Zahl der männlichen Arbeitnehmer in diesem Zeitraum relativ stabil blieb und um die 12.000 pendelt. Parallel dazu ist die Anzahl der Angestellten konstant gestiegen, während die Zahl der Personen im Arbeiterstatut in den Wirtschaftskrisen nach 2001 und nach 2008 deutlich zurückgegangen ist. In den letzten drei Jahren ist allerdings auch hier wieder ein Anstieg zu beobachten.

Entwicklung der Arbeitnehmerzahl pro Geschlecht und Statut (1990-2017)

Arbeitnehmer

Quelle: LSS