Aktualisierung vom 10.01.2019

Lehrlingswesen

Die nachfolgende Tabelle gibt pro Berufssparte die Entwicklung der abgeschlossenen Lehrverträge in der Deutschsprachigen Gemeinschaft für die letzten fünf Jahre wieder.

 

 

Die meisten neuen Lehrverträge wurden in der Branche Dienstleistungen abgeschlossen. An zweiter Stelle steht die Metallbranche, gefolgt von Mechanik.

Bis zum 1. Oktober 2018 wurden in den Ausbildungsbetrieben in der Deutschsprachigen Gemeinschaft insgesamt 243 neue Lehrverträge unterzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr, mit 229 neuen abgeschlossen Verträgen, bedeutet dies einen leichten Zuwachs von insgesamt 6,1 %.

Außerdem sind 2018 insgesamt 131 Lehrstellen unbesetzt geblieben. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich diese Zahl der offenen Ausbildungsplätzen erhöht (+24 Stellen), und bleibt damit auf einem hohen Niveau. Dieses Plus von 24 freien Lehrstellen macht deutlich, dass die ostbelgischen Unternehmen derzeit mit dem Phänomen des Fachkräftemangels kämpfen.

Außerdem ist eine wachsende Ausbildungsbereitschaft der ostbelgischen Betriebe zu verzeichnen: 2018 erhielten 23 neue Betriebe bzw. Lehrmeister die Anerkennung, zukünftig Lehrlinge auszubilden.

Das IAWM führt in seiner Tätigkeit als Aufsichtsbehörde der Deutschsprachigen Gemeinschaft über die duale mittelständische Aus- und Weiterbildung weitere Analysen der Lehrlingszahlen 2018 durch:

  • Der Jungenanteil liegt bei 76,54% und der Mädchenanteil bei 23,46%. Dabei entschieden sich knapp 20% der Mädchen und jungen Frauen für einen eher männertypischen Beruf im Bereich Holz, KFZ, als Anstreicherin oder im Bereich Gartengestaltung. Die ungleichmäßige Geschlechterverteilung in der dualen Ausbildung ist weiterhin eine große Herausforderung, da sie ebenfalls zum oft diskutierten Fachkräftemangel beiträgt.
  • Der am häufigsten gewählte Beruf der neuen Lehrlinge ist Metallbauer (18 Verträge), gefolgt von Einzelhändler (16 Verträge) und Elektroinstallateur (15 Verträge).
  • Das Durchschnittsalter bei Antritt der Lehre liegt bei 18,95 Jahren (Vergleich 2017: 18,58 Jahre). Insgesamt wurden 2 „Ü29-Lehrverträge“ des ab dem 1. September 2018 neu gestarteten Projekts der Lehre über 29 Jahre abgeschlossen. Das Alter dieser Lehrneueinsteiger treibt den Wert des Durchschnittsalter leicht nach oben. Werden diese beiden Verträge nicht mitberücksichtigt, so liegt der Altersdurchschnitt bei 18,74 Jahren.
  • Die durchschnittliche Lehrvertragsdauer liegt bei 2,57 Jahren. Der Trend zur kürzeren Lehrdauer besteht weiterhin. Dies zeigt, dass die Jugendlichen, die sich für eine Lehre entscheiden, bisweilen über fachliche Vorkenntnisse im ausgewählten Beruf verfügen, so dass einer Verkürzung der vertraglich festgelegten Ausbildungsdauer zugestimmt werden kann.
  • Bei der schulischen Vorbildung haben 25,10% der Lehrlinge ein niedriges, 37,45% ein mittleres und 37,45% ein höheres Schulniveau (Abitur, Hochschule, Universität).
  • Während 43,21% (105 Verträge) aller neuen Lehrlinge im Süden Ostbelgiens arbeiten, sind es im Norden 56,79% (138 Verträge).

Eine detaillierte Analyse der Lehrverträge mit weiteren Informationen steht im Downloadbereich zur Verfügung.

Das Institut für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand und in kleinen und mittleren Unternehmen (IAWM) analysiert jährlich die neu abgeschlossenen Lehrverträge. Die Erhebung der Daten erfolgt jeweils zum 1. Oktober des Jahres, der Stichtag an dem die gesetzliche Periode zum Abschluss von Lehrverträgen endet. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine Momentaufnahme aufgrund noch laufender Probezeiten, verspäteter Vertragsabschlüsse, Betriebs- und Berufswechsel und eventueller Abbrüche.