Aktualisierung vom 25.11.2019

Lehrlingswesen

Die nachfolgende Tabelle gibt pro Berufssparte die Entwicklung der abgeschlossenen Lehrverträge in der Deutschsprachigen Gemeinschaft für die letzten fünf Jahre wieder.

 

 

Die meisten neuen Lehrverträge wurden in der Branche Dienstleistungen abgeschlossen. An zweiter Stelle steht das Baufach, gefolgt von der Metallbranche.

Bis zum 1. Oktober 2019 wurden in den Ausbildungsbetrieben in der Deutschsprachigen Gemeinschaft insgesamt 240 neue Lehrverträge unterzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr, mit 243 neuen abgeschlossen Verträgen, bedeutet dies einen minimalen Rückgang.

Außerdem sind 2019 insgesamt 139 Lehrstellen unbesetzt geblieben. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich diese Zahl der offenen Ausbildungsplätzen leicht erhöht (+8 Stellen), und bleibt damit auf einem hohen Niveau. Dies macht deutlich, dass die ostbelgischen Unternehmen derzeit mit dem Phänomen des Fachkräftemangels kämpfen.

Außerdem ist weiterhin eine hohe und wachsende Ausbildungsbereitschaft der ostbelgischen Betriebe zu verzeichnen: 2019 erhielten 29 neue Betriebe bzw. Lehrmeister die Anerkennung, zukünftig Lehrlinge auszubilden.

Das IAWM führt in seiner Tätigkeit als Aufsichtsbehörde der Deutschsprachigen Gemeinschaft über die duale mittelständische Aus- und Weiterbildung weitere Analysen der Lehrlingszahlen 2019 durch:

  • Der Jungenanteil liegt bei 80 % und der Mädchenanteil bei 20 %. Dabei entschieden sich 16,7 % der Mädchen und jungen Frauen für einen eher männertypischen Beruf als Kfz-Mechatronikerin oder als Anstreicherin. Die ungleichmäßige Geschlechterverteilung in der dualen Ausbildung ist weiterhin eine große Herausforderung, da sie Einfluss auf die Anzahl unbesetzter Lehrstellen hat.
  • Der am häufigsten gewählte Beruf der neuen Lehrlinge ist Gartengestalter (18 Verträge), gefolgt von Maurer (16 Verträge) und Elektroinstallateur (16 Verträge).
  • Das Durchschnittsalter bei Antritt der Lehre liegt bei 18,3 Jahren (Vergleich 2018: 18,95 Jahre). Die Zahlen im Bereich der Altersstruktur blieben in den letzten Jahren recht stabil.
  • Die durchschnittliche Lehrvertragsdauer liegt bei 2,75 Jahren. Im Vorjahr lag die durchschnittliche Lehrvertragsdauer mit 2,57 Jahren etwas tiefer. 2019 ist der Trend hin zur verkürzten Lehrdauer somit leicht rückläufig (-7 %). Üblicherweise werden die Lehrverträge für die Dauer von drei Jahren abgeschlossen. Jugendliche, die fachliche Vorkenntnisse im Beruf nachweisen konnten, erhalten einen Lehrvertrag mit verkürzter Ausbildungsdauer.
  • Bei der schulischen Vorbildung haben 28,34 % der Lehrlinge ein niedriges (2A oder 3B bestanden, Aufnahmeprüfung), 35,83 % ein mittleres (3A/4B oder 4A/5B bestanden) und 35,83 % ein höheres Schulniveau (6B, 6A/7B bestanden oder Abitur).
  • Während 45,42 % (109 Verträge) aller neuen Lehrlinge im Süden Ostbelgiens arbeiten, sind es im Norden 55,46 % (131 Verträge).
  • Die Gesamtschülerzahl (Lehr- und Meisterausbildung) der beiden ZAWM ist mit 1.176 im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert (+4).

Eine detaillierte Analyse der Lehrverträge mit weiteren Informationen steht im Downloadbereich zur Verfügung.

Das Institut für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand und in kleinen und mittleren Unternehmen (IAWM) analysiert jährlich die neu abgeschlossenen Lehrverträge. Die Erhebung der Daten erfolgt jeweils zum 1. Oktober des Jahres, der Stichtag an dem die gesetzliche Periode zum Abschluss von Lehrverträgen endet. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine Momentaufnahme aufgrund noch laufender Probezeiten, verspäteter Vertragsabschlüsse, Betriebs- und Berufswechsel und eventueller Abbrüche.und eventueller Abbrüche.