Aktualisiert am 27.09.2016

Pendler innerbelgisch

Die Mobilität der Arbeitnehmer innerhalb Belgiens kann analysiert werden, indem Wohn- und Arbeitsort eines Arbeitnehmers in Verbindung gebracht werden. Die entsprechenden Daten sind in den trimestriellen multifunktionalen ONSS-Erklärungen der Arbeitgeber enthalten. Seit der Regionalisierung der Beschäftigungskompetenz im Jahr 2014 werden diese Daten noch präziser (im Prinzip für alle Arbeitgeber) und häufiger (jedes Trimester) erfasst.

Dennoch sind die hier veröffentlichten Daten noch nicht ganz komplett: Das Personal der provinzialen und lokalen Behörden, d.h. der Gemeindeverwaltungen, Interkommunalen, ÖSHZ, Polizeizonen, usw. ist nicht inbegriffen (diese sind der ONSS-APL zugeordnet und umfassen in der DG rund 1.900 Personen) und auch bei der ONSS geben nicht alle Arbeitgeber für jeden Arbeitnehmer den Wohnort an.  Insbesondere ausländische Unternehmen ohne Sitz in der DG, die z.B. einen Vertreter hier vor Ort beschäftigen, können als Arbeitsort auch „DG“ angeben.  So wurden 2015 431 Personen mit Arbeitsort „DG“ (keine Gemeinde) angegeben.

Insgesamt sind 19.880 Arbeitnehmer mit Arbeitsort DG erfasst (Stand Juni 2015), während die Zahl der Arbeitsplätze 2015 in der DG 21.986 betrug. Allerdings kann ein Arbeitnehmer auch mehrere Arbeitsplätze haben, so dass die Zahl der Arbeitsplätze ohnehin etwas höher liegt als die Anzahl der Personen.

Die nachfolgenden Angaben beziehen sich also auf knapp 90% der Arbeitnehmer in Belgien.

Pendelbewegungen zwischen den Regionen

Quelle: ONSS, 30/06/15

Geht man von den 19.880 erfassten Arbeitnehmern mit Arbeitsort DG aus, so wird ersichtlich, dass 14.028 davon auch in der DG wohnhaft sind (71%), während 5.298 (27%) im frankophonen Landesteil wohnen, 469 im flämischen Landesteil und 85 in Brüssel.

Umgekehrt sind von 17.574 in der DG wohnhaften Arbeitnehmern 14.028 auch hier vor Ort beschäftigt (80%), während 2.919 (18%) im frankophonen Landesteil arbeiten, 323 in Flandern und 304 in Brüssel.

Auf Ebene des Landes gesehen, ist die DG also ein Netto-Importeur von Arbeitskräften.  Gegenüber dem benachbarten Ausland ist die DG hingegen ein Netto-Exporteur (rund 570 Personen aus den Nachbarländern, insbesondere Deutschland, arbeiten in der DG).  Insgesamt gesehen ist die DG ein Netto-Exporteur von Arbeitskräften an die umliegenden Gebiete.

Interessant ist sicherlich auch, wie viele Personen innerhalb der Deutschsprachigen Gemeinschaft zwischen den Kantonen und Gemeinden pendeln.

So zeigt sich, dass 86% der im Kanton St.Vith wohnenden Arbeitnehmer dort ihren Arbeitsplatz haben und 14% im Kanton Eupen beschäftigt sind (Pendler ins Ausland sind in diesen Zahlen nicht inbegriffen). Umgekehrt pendeln nur 3% der im Norden wohnhaften Arbeitnehmer in den Kanton St.Vith und 97% haben ihren Arbeitsplatz vor Ort.

Damit sind die Pendlerzahlen zwischen dem Norden und Süden der DG innerhalb der letzten 6 Jahre deutlich zurückgegangen, und zwar in beide Richtungen.

*N.B. Für weitere 46 Personen aus der DG ist der Arbeitsort innerhalb der DG nicht bekannt.