Aktualisierung vom 27.08.2018

Pendler nach Deutschland

Am 30.6.2017 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Pendler aus Belgien nach Deutschland bei 6.035 Personen (ohne Selbständige, Beamte und geringfügig Beschäftigte).

Aktuelle Situation

Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil dieser Personen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnhaft ist, aber genaue Angaben zum Wohnort innerhalb Belgiens liegen nicht vor. 53% dieser Personen verfügen über die deutsche Nationalität.

Der Anteil der Frauen ist mit 48% sehr hoch, wesentlich höher z.B. als bei den Pendlern nach Luxemburg, wo er nur 32% beträgt.

Die meisten dieser Pendler arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen (18%), das seit drei Jahren die herstellenden Industrien (17%) vom ersten Platz verdrängt hat.  An dritter Stelle steht der Handel (14%).

Der Anteil der Älteren (50+) an den Pendlern ist mit 43% sehr hoch und steigt von Jahr zu Jahr weiter an.

Pendler nach Deutschland - Anteile der wichtigsten Sektoren (2008-2017)

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Darstellung: ADG

In Deutschland werden auch die ausgeübten Berufe erfasst.  Demnach sind die wichtigsten Berufsgruppen der Pendler aus Belgien die Büroberufe (17%), gefolgt von den medizinischen Gesundheitsberufen (13%), den Verkaufsberufen (6%) und der Gruppe Erziehung/ Sozialberufe (5%). 

Entwicklung

2014 hat die Bundesagentur eine Datenrevision durchgeführt und damit sind auch die Pendlerzahlen rückwirkend bis 2000 angepasst worden.  Dies hatte für die Pendler aus Belgien einen Korrektur nach unten der Zahlen zur Folge, insbesondere für die Jahre 2001-2004 (s. Grafik am Ende des Artikels).  Die Gesamtentwicklung wurde allerdings dadurch nicht wesentlich beeinflusst.

Zwischen 2006 und 2014 ist die Zahl der Pendler um rund 840 Personen gesunken (-12%).  Betroffen waren insbesondere Bürger deutscher Nationalität: ihre Zahl ist in diesem Zeitraum um 20% gesunken, diejenige der Belgier ist hingegen zunächst gesunken, steigt jetzt allerdings wieder an.  Seit 2014 bleibt die Gesamtzahl der Pendler nach Deutschland relativ konstant um die 6.000.

  2000 2004 2008 2010 2012 2014 2016 2017
Deutsche 4.015 4.146 4.240 4.187 3.819 3.467 3.234 3.188
Belgier und sonstige 2.313 2.339 2.363 2.407 2.423 2.554 2.747 2.843
Gesamt 6.329 6.487 6.607 6.595 6.243 6.024 5.983 6.035

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Darstellung ADG

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Auspendler/innen nach Deutschland 2017 um rund 50 Personen gestiegen, vorwiegend im Dienstleistungsbereich.

Im Vergleich zu 2008, dem Jahr der Wirtschaftskrise, sind es insbesondere das verarbeitende Gewerbe (-210 Personen), der Handel (-188 Personen) und die öffentliche Verwaltung (-117 Personen), die (in absoluter Zahl) die meisten Arbeitsplätze für Pendler aus Belgien eingebüßt haben.  Da die Einteilung nach Wirtschaftszweigen 2008 geändert hat, ist ein Vergleich nach Sektoren mit früheren Jahren nicht mehr möglich. 

Betrachtet man die Entwicklung nach Qualifikation der Pendler, so ist festzustellen, dass der Anteil der Personen mit Fachhochschul- und Universitätsabschluss deutlich gestiegen ist (von 14% in 2000 auf 26% in 2017), während der Anteil der Pendler mit Berufsabschluss und derjenigen ohne Berufsabschluss bzw. mit unbekanntem Abschluss entsprechend gesunken ist (auf 48% bzw. 26%).