Aktualisierung vom 18.08.2020

Pendler nach Deutschland

Aktuelle Situation

Am 30.6.2019 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Pendler aus Belgien nach Deutschland bei 5.888 Personen (ohne Selbständige, Beamte und geringfügig Beschäftigte gemäß der Bundesagentur für Arbeit). 50% dieser Personen verfügen über die deutsche Nationalität. Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil dieser Personen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnhaft ist. 

2018 wurde dieser Anteil erstmals ermittelt, zu dem Zeitpunkt waren rund 4.175 Auspendler in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnhaft.  Hinzu kommen rund 660 geringfügig Beschäftige (sowie eine unbekannte Zahl von Selbständigen, Beamten und Privatversichterten).

Bei den Pendlern nach Deutschland ist der Anteil der Frauen mit 49% sehr hoch, wesentlich höher z.B. als bei den Pendlern nach Luxemburg, wo er nur 33% beträgt.

Die meisten dieser Pendler arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen (19%), das seit einigen Jahren die herstellenden Industrien (16%) vom ersten Platz verdrängt hat.  An dritter Stelle steht der Handel (14%).

Der Anteil der Älteren (50+) an den Pendlern ist mit 45% sehr hoch und steigt von Jahr zu Jahr weiter an.

Pendler nach Deutschland – Anteile der wichtigsten Sektoren (2008-2019)

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Darstellung: Arbeitsamt

In Deutschland werden auch die ausgeübten Berufe erfasst. Demnach sind die wichtigsten Berufsgruppen der Pendler aus Belgien die Büroberufe (17%), gefolgt von den medizinischen Gesundheitsberufen (14%), den Verkaufsberufen (6%) und der Gruppe Erziehung/ Sozialberufe (6%). 

Entwicklung

Einen Höchststand erreichte die Pendlerzahl im Jahr 2006 mit 6.860 Personen. Anschließend ist ihre Zahl bis 2014 um rund 840 Personen gesunken (-12%).  Betroffen waren insbesondere Bürger deutscher Nationalität: Ihre Zahl ist in diesem Zeitraum um 20% gesunken, diejenige der Belgier (und andere Nationalitäten) ist hingegen konstant geblieben. Zwischen 2014 und 2018 ist die Zahl der Belgier sogar beständig angestiegen. 2019 ist allerdings im Vergleich zum Vorjahr wieder ein genereller Rückgang festzustellen.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Darstellung: ADG

Im Vergleich zu 2018 ist die Zahl der Auspendler/innen nach Deutschland um 207 Personen  (-3,4%) gefallen. Dieser Rückgang ist – mit Ausnahme des Gesundheitssektors - in fast allen Branchen zu beobachten.

Im Vergleich zu 2008, dem Jahr der Wirtschaftskrise, sind es insbesondere das verarbeitende Gewerbe (-251 Personen), der Handel (-168 Personen) und die öffentliche Verwaltung (-131 Personen), die (in absoluten Zahlen) die meisten Arbeitsplätze für Pendler aus Belgien eingebüßt haben. Da die Einteilung nach Wirtschaftszweigen 2008 geändert hat, ist ein Vergleich nach Sektoren mit früheren Jahren nicht mehr möglich. 

Betrachtet man die Entwicklung nach Qualifikation der Pendler, so ist festzustellen, dass der Anteil der Personen mit Fachhochschul- und Universitätsabschluss deutlich gestiegen ist (von 14% in 2000 auf 27% in 2019), während der Anteil der Pendler mit Berufsabschluss und derjenigen ohne Berufsabschluss bzw. mit unbekanntem Abschluss entsprechend gesunken ist (auf 48% bzw. 25%).