Aktualisierung vom Dezember 2017

Notaufnahmewohnungen

Menschen können aus verschiedenen Gründen plötzlich wohnungslos sein. Notaufnahmewohnungen dienen dazu, Menschen in einer wohnungslosen Notlage vorübergehend unterzubringen.

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft standen zum 31. Dezember 2017 insgesamt 64 Notaufnahmewohnungen bzw. 83 Wohneinheiten zur Verfügung.

Insgesamt können maximal 243 Personen in den Notaufnahmewohnungen untergebracht werden.

Rund zwei Drittel der Notaufnahmewohnungen befinden sich im Norden der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Quelle: Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft, 2017

Anzahl Notaufnahmewohnungen im Verhältnis zur Bevölkerung

Nachfolgende Abbildung zeigt, wie das Verhältnis der Anzahl der Notaufnahmewohnungen zur Bevölkerungszahl ist. Es fällt auf, dass sich in Eupen und Sankt Vith im Verhältnis zur Bevölkerung mehr Notaufnahmewohnungen befinden. Dies ist aufgrund der Knotenpunkt-Rolle dieser Gemeinden nachvollziehbar.

Quelle: Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft, 2017

Effektive Belegung der Notaufnahmewohnungen

Im Jahre 2016 lebten insgesamt 224 Personen in einer Notaufnahmewohnung. Unter den 224 Personen befanden sich 89 Kinder (40 %). Es gab insgesamt 64 Auszüge und 63 Einzüge.

Profil der untergebrachten Personen

Diese 224 Personen setzten sich aus 128 Haushalten zusammen, wovon:

  • 40 % Frauen und
  • 60 % Männer diesen Haushalten vorstanden.
  • Alleinlebende stellten die größte Gruppe der Haushalte dar (64 %), gefolgt von
  • Familien (18 %) und
  • den Alleinerziehenden (14 %).

¾ der Haushalte bestanden aus 1 oder 2 Person(en). Fast jede zehnte Unterbringung betraf eine alleinerziehende Mutter.

Jede zweite Unterbringung betraf jemanden im Alter bis 30 Jahre und jede dritte jemanden bis 24 Jahre.

Nur 8% der Untergebrachten bezogen einen Lohn. 18 % hatten gar kein Einkommen und 74 % hatten ein Ersatzeinkommen.

Mehr als die Hälfte der Bewohner stammten aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft (61 %), 21 % aus einem Nicht-EU-Land, 10 % aus der EU (ohne Belgien) und 9 % aus Belgien (ohne Deutschsprachige Gemeinschaft).

Die meist genannten Gründe für eine Unterbringung in einer Notaufnahmewohnung waren folgende (Es konnten verschiedene Gründe pro Unterbringung angegeben werden):

  1. „Obdachlosigkeit und Wohnprobleme“ (für 33 % der Haushalte)
  2. „Familiäre Probleme“ (20 %),
  3. „Selbstständigkeit/Orientierungshilfe/Anpassung“ (8 %),
  4. „Persönliche/psychische Probleme“ (8 %).

Bei einer Wohneinheit handelt es sich um einen Wohnraum oder mehrere Wohnräume, der/die innerhalb einer Gemeinschaftswohnung einem Haushalt zur Verfügung steht/stehen.