Aktualisierung vom 17.07.2017

Die Kinderbetreuung in Ostbelgien

Das Angebot der strukturellen Kinderbetreuung in Ostbelgien umfasst die Betreuung durch 88 Tagesmütter des RZKB, die Kinderkrippen, die außerschulische Betreuung und die selbstständigen Tagesmütter. Im Jahr 2016 wurden 3.714 Kinder durch diese Dienste betreut.

Neben der strukturellen Kinderbetreuung gibt es noch das Angebot der beiden Kinderhorte in Kelmis und Hauset und den Betreuungsdienst für kranke Kinder.

Ein sehr spezifisches Angebot ist die Unterstützung von Familien mit Mehrlingsgeburten in Ostbelgien.

Alle hier genannten Angebote, ob strukturell oder nicht, sind durch die Deutschsprachige Gemeinschaft anerkannt und werden bezuschusst. In der Regel muss die Familie in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnen oder arbeiten.

Tagesmütterdienst - Tagesväterdienst

Der Tagesmütterdienst ist die tragende Säule der Kleinkindbetreuung in Ostbelgien und steht unter der Trägerschaft des Regionalzentrums für Kleinkindbetreuung (RZKB).

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 961 Kinder betreut:

585 Kinder unter und 376 Kinder über drei Jahre.

Die Betreuungen finden vorwiegend für die Kleinsten statt (91% aller Anwesenheiten), Kinder ab 3 Jahren können mittwochs nachmittags, in den Schulferien und an Konferenztagen durch Tagesmütter betreut werden.

Kinderkrippen

Die Kinderkrippen sind bezuschusste Kinderbetreuungseinrichtungen, die ebenfalls unter der Trägerschaft des RZKB stehen.

2016 sind insgesamt 111 Kinder in den Krippen Eupen und St. Vith betreut worden.

Selbstständige Tagesmütter/-väter

2016 wurden insgesamt 232 Kinder durch Selbstständige betreut: hiervon 166 Kleinkinder. Sie sind anerkannt und werden durch Kaleido Ostbelgien begleitet.

Außerschulische Betreuung (AUBE)

Außerschulische Betreuung ist die Betreuung von Kindern von 3 bis 12 Jahren außerhalb der Schulzeit an den Werktagen: vor Schulbeginn ab 7 Uhr und nach Schulschluss bis 18 Uhr, mittwochnachmittags, an Konferenztagen.  

Die AUBE verzeichnet die stärkste Entwicklung in der Kinderbetreuung: während 2009 noch 1.593 Kinder betreut wurden, waren es bis Ende 2016 sogar 2.410 betreute Kinder in 24 Standorten.

Dies ist eine Steigerung von mehr als 51%.

Kinderhorte

Punktuell können Kleinkinder in den anerkannten Kinderhorten der VoG Frauenliga in Kelmis und der VoG Kinder-Betreuungs-Zentrum in Hauset betreut werden. Ohne vorherige Anmeldung können die Kinder zur Entlastung der Erziehungsberechtigten mehrmals pro Woche vormittags erste soziale Kontakte knüpfen.

Betreuung kranker Kinder

Ist ein Kind krank, kann es in der Regel nicht außer Haus betreut werden oder die Schule besuchen. Für berufstätige Eltern oder Eltern in Ausbildung kann dies zum Problem werden. Hier bietet der Betreuungsdienst für kranke Kinder der VoG Familienhilfe Abhilfe: 2016 sind 33 akut erkrankte Kinder regelmäßig oder punktuell betreut worden.

Unterstützung von Familien mit Mehrlingsgeburten

Familien, die in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnen und mindestens drei Kleinkinder unter 18 Monaten  haben, haben auf Anfrage Anrecht auf eine kostenlose personelle Unterstützung durch die Deutschsprachige Gemeinschaft:

Die Familien werden durch eine halbzeitig angestellte Familienhelferin und eine Raumpflegerin (8 St./Woche) unterstützt.

Diese Hilfe wird gewährt bis zu dem Monat (einschließlich), in dem das älteste der drei Kinder das dritte Lebensjahr erreicht.

Im Jahr 2017 werden zwei Familien mit Mehrlingsgeburten betreut.

Der Deckungsgrad der Kinderbetreuung in Ostbelgien

Auf seiner Tagung in Barcelona im Jahr 2002 legte der Europäische Rat folgende Ziele für den Bereich der Kinderbetreuung fest:

Die Mitgliedstaaten sollten Hemmnisse beseitigen, die Frauen von einer Beteiligung am Erwerbsleben abhalten und bestrebt sein, nach Maßgabe der Nachfrage nach Kinderbetreuungseinrichtungen und im Einklang mit den einzelstaatlichen Vorgaben für das Versorgungsangebot bis 2010 für mindestens 33 % der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen.

Im Jahr 2016 konnte die Deutschsprachige Gemeinschaft einen Deckungsgrad der Kleinkindbetreuung (unter 3-Jährige) von 38,6% vorweisen.
Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung des Deckungsgrades seit 2002.

Deckungsgrad der Kleinkindbetreuung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft (2002-2016)

Quelle: Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft 2017

Grund für die Steigung des Deckungsgrades ist die Anzahl der betreuten Kinder: Während 2002 noch 375 unter 3-Jährige betreut wurden; sind es 2016 862 betreute Kinder. Die Gesamtzahl der unter 3-Jährigen hat in dieser Periode leicht geschwankt und hatte somit keinen Einfluss auf die Erhöhung des Deckungsgrades.
Die nachfolgende Grafik zeigt diese Entwicklungen.

Anzahl betreute Kleinkinder und Gesamtzahl der Kleinkinder (2002-2016)

Quelle: Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft 2017

Diese Zahl spiegelt nicht den wirklichen Anteil betreuter Kinder wider, da die nicht formale Kinderbetreuung (Großeltern, Verwandte, …) nicht erfasst wird.

Zudem besteht in der Deutschsprachigen Gemeinschaft die Möglichkeit, für Kinder zwischen 2,5 – 3 Jahren bereits ab September das erste Kindergartenjahr zu besuchen. Im Schuljahr 2016-2017 waren 219 Kinder (Geburtsjahr 2013) am ersten Schultag jünger als 3 Jahre.

Würde man diese Kinder hinzurechnen, wäre der Deckungsgrad der strukturellen Kinderbetreuung nochmal wesentlich höher.