Nationale Gesundheitsumfrage

Nationale Gesundheitsumfrage

Zwischen Mai 2008 und Mai 2009 wurde die vierte nationale Gesundheitsumfrage per Interview durchgeführt. Das Wissenschaftliche Institut für Volksgesundheit organisiert die Umfrage in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion für Statistik. Für diese Gesundheitsumfrage werden Einladungen an ungefähr 6.000 Haushalte in mehr als 200 Gemeinden Belgiens verschickt, die per Zufallsprinzip ermittelt werden. Auch Gemeinden in der DG gehörten zu denen, die für die Stichprobenerhebung ausgewählt wurden. Im Vergleich zum Anteil der Deutschsprachigen an der Gesamtbevölkerung wurden mehr Bürger der DG befragt, um eine eigene Auswertung und einen Vergleich mit den Resultaten für die übrigen Landesteile zu ermöglichen.

Bei der Umfrage 2008-2009 nahmen landesweit 11.250 Menschen aus 159 Gemeinden teil. Die wichtigsten Resultate:

  1. Belgier werden immer dicker. Dies gilt insbesondere für Männer und Menschen mit einem niedrigen Bildungsniveau: Beinahe sechs von zehn Menschen aus bildungsfernen Schichten haben mit Übergewicht zu kämpfen, einer von fünf Betroffenen ist sogar fettleibig.
  2. Rückenleiden sind die meist verbreitetete chronische Krankheit in Belgien (15 Prozent der Befragen leiden darunter).
  3. Selbstmordgedanken sind nicht selten: Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung hat schon einmal darüber nachgedacht. Jeder zwanzigste Belgier hat bereits einmal versucht, sich das Leben zu nehmen.

Die Auswertungen der Befragung bei 253 DG-Bürgern

Vier Merkmale weichen in den Statistiken für die Deutschsprachige Gemeinschaft deutlich von landesweit ermittelten Durchschnittswerten ab. Alkohol- und Tabakkonsum sind laut Erhebung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft besonders hoch. Auch der Gebrauch von Psychopharmaka ist bei uns so stark ausgeprägt, wie sonst nirgendwo in Belgien. Ebenfalls einen überdurchschnittlichen Wert, der sich allerdings uneingeschränkt positiv auf den Gesundheitszustand von Verbrauchern auswirkt, gab es beim Gemüse-Verzehr. Hier erreicht die Deutschsprachige Gemeinschaft im Vergleich zu anderen Landesgebieten Spitzenwerte. Etwa 88 % aller Befragten gaben an, jeden Tag Gemüse zu essen. Täglich eine Portion Obst verzehren 58 %der Umfrageteilnehmer. Das sind die erfreulichen Nachrichten, die aus der jüngsten Erhebung herausgelesen werden können.

Erschreckend ist aber der übermäßig große Alkoholkonsum vor allem bei jungen Menschen. In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen gaben 41 % der Befragten an, zumindest einmal pro Woche mehr als sechs Gläser Alkohol „bei einer Gelegenheit“ zu trinken. Die Experten des Wissenschaftlichen Instituts für Volksgesundheit (WIV) sind sich einig: junge Menschen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft trinken zu viel Alkohol. Dies wird vor allem dann deutlich, wenn die in Ostbelgien ermittelte Rate von 41 % „Vieltrinkern“ im Alter zwischen 15 und 24 Jahren mit der landesweiten Quote verglichen wird: für Gesamt-Belgien wurde in der gleichen Altersgruppe ein Anteil von 12 % errechnet.

Fast ebenso deutlich fällt das Ergebnis beim Tabakkonsum aus. Mehr als 30 Prozent aller Menschen aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Alter zwischen 15 und 24 Jahren rauchen jeden Tag. Landesweit liegt die Rate bei knapp 19 %. Bei den 25- bis 44-Jährigen gibt es in der Deutschsprachigen Gemeinschaft etwa 26 % Raucher. Auch dieser Wert liegt höher als im Belgien-Durchschnitt, denn laut Umfrage rauchen landesweit 24 % der Befragten. Die Zahl der täglichen Raucher nimmt mit zunehmendem Alter ab. Tragisch ist aus Sicht der Forscher vom Wissenschaftlichen Institut für Volksgesundheit die große Anzahl junger Raucher.

Die vollständigen Berichte der Umfragen sind auf der Internetseite des Wissenschaftlichen Instituts für Volksgesundheit einzusehen (in französischer Sprache).

Nationale Gesundheitsumfrage 2013

In 2013 wurde die 5. nationale Gesundheitsumfrage in Belgien durchgeführt. Am 30. September 2014 wurden die ersten Resultate im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Landesweit haben insgesamt 10.829 Haushalte an der Befragung teilgenommen. Auf DG-Ebene wurden 306 Haushalte befragt. Die Resultate für die Deutschsprachige Gemeinschaft werden voraussichtlich im ersten Halbjahr 2015 veröffentlicht.