Aktualisierung vom 05.05.2017

Lehrlingswesen

Die nachfolgende Tabelle gibt pro Berufssparte die Entwicklung der abgeschlossenen Lehrverträge in der Deutschsprachigen Gemeinschaft für die letzten fünf Jahre wieder.

Neue Lehrverträge nach Berufssparte in der Deutschsprachigen Gemeinschaft (2012-2016)

  2012 2013 2014 2015 2016
Ernährung 27 25 29 27 24
Holz 39 36 43 33 40
Metall 44 46 37 40 34
Mechanik 30 29 28 34 24
Elektroberufe 31 23 24 28 23
Baufach 37 38 45 27 22
Anstrich/Raumausstattung 10 10 12 10 7
Druck 3 4 4 1 6
Körperpflege 18 20 15 12 13
Gartenbau 6 11 15 17 13
Tiere 1 2 4 2 2
Einzelhandel/Dienstleistungen 52 43 57 58 52
Andere 13 12 13 10 2
TOTAL 313 299 326 299 262

Quelle: Institut für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand und in KMU, 2016

Bis zum 1. Oktober 2016 wurden in den Ausbildungsbetrieben in der Deutschsprachigen Gemeinschaft 262 neue Lehrverträge unterzeichnet. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der neuen Auszubildenden damit stark gesunken. Als Grund nennt das IAWM geburtenschwächere Jahrgänge, wodurch die Bevölkerungsgruppe, die für eine Lehre in Frage kommt, geschrumpft ist.

Die meisten neue Lehrverträge wurden in der Branche Einzelhandel/Dienstleistungen abgeschlossen. An zweiter Stelle steht die Holzbranche, gefolgt von der Metallbranche, in der 2014 noch die meisten Lehrverträge unterzeichnet wurden.

115 Lehrstellen sind in diesem Jahr unbesetzt geblieben. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich diese Zahl von offenen Ausbildungsplätzen nahezu verdreifacht. Das IAWM nennt mehrere Gründe für diese Entwicklung:

  • Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe aus Ostbelgien steigt weiter an. Es wurden 2016 mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt als 2015.

  • Demgegenüber steht der demographische Wandel.

  • Neben diesen beiden Faktoren gibt es ein Matching-Problem: Viele Ausbildungsbetriebe finden keinen geeigneten Bewerber für ihre freie Lehrstelle.

Das IAWM führt in seiner Tätigkeit als Aufsichtsbehörde der Deutschsprachigen Gemeinschaft über die duale mittelständische Aus- und Weiterbildung weitere Analysen der Lehrlingszahlen 2016 durch:

  • Der Jungenanteil liegt bei 77,86% und der Mädchenanteil bei 22,14%.
  • Die ungleichmäßige Gewichtung der Geschlechterverhältnisse in den Branchen für Handwerk und Technik hält an. Die Mehrheit der jungen Frauen entscheidet sich für einen Ausbildungsvertrag im Einzelhandel, im Friseurhandwerk und in der Buchhaltung.
  • Das Durchschnittsalter bei Antritt der Lehre liegt bei 18,58 Jahren mit steigender Tendenz in den letzten Jahren (Vergleich 2003: 16,6 Jahre).
  • Die durchschnittliche Lehrvertragsdauer liegt bei 2,59 Jahren. Der Trend geht weiterhin zur kürzeren Lehrdauer. Dies zeigt, dass die Jugendlichen, die sich für eine Lehre entscheiden, bisweilen über fachliche Vorkenntnisse im ausgewählten Beruf verfügen, so dass einer Verkürzung der vertraglich festgelegten Ausbildungsdauer zugestimmt werden kann.
  • Bei der schulischen Vorbildung haben 31,29% der Lehrlunge ein niedriges Niveau, 37,02% ein mittleres Niveau und 31,67% ein höheres Schulniveau (Abitur, Hochschule, Universität).

Eine detaillierte Analyse der Lehrverträge mit weiteren Informationen steht im Downloadbereich zur Verfügung.

Das Institut für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand und in kleinen und mittleren Unternehmen (IAWM) analysiert jährlich die neu abgeschlossenen Lehrverträge. Die Erhebung der Daten erfolgt jeweils zum 1. Oktober des Jahres, der Stichtag an dem die gesetzliche Periode zum Abschluss von Lehrverträgen endet. Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine Momentaufnahme aufgrund noch laufender Probezeiten, verspäteter Vertragsabschlüsse, Betriebs- und Berufswechsel und eventueller Abbrüche.