Produktivität

Die Leistungsfähigkeit einer Wirtschaftsproduktion kann auch durch den Indikator der „sichtbaren Arbeitsproduktivität“ ermittelt werden. Dieser stellt das Verhältnis des Produktionsergebnisses zum Input an Arbeit dar.

Die Produktivität im Vergleich (2013)

Betrachtet man die Ratio der Bruttowertschöpfung zur Beschäftigung der DG im Jahr 2013 (da die Werte für 2014 noch provisorisch sind) und vergleicht es mit der Wallonie, Flandern, Brüssel und dem belgischen Durchschnitt, fällt auf, dass die Werte für die DG meist unter den Werten der anderen Regionen liegen.

Eine umfassende Erklärung für den globalen Produktivitätsrückstand der Wirtschaft in der DG liegt nicht vor. Ein Element der Erklärung mag darin liegen, dass gewisse Wirtschaftszweige, die in der DG eine deutlich geringere Arbeitsproduktivität aufweisen (wie z.B.  das verarbeitende Gewerbe), einen vergleichsweise höheren Anteil an der gesamten Wertschöpfung ausmachen, während Sektoren mit hoher Produktivität und höherer Entwicklungsdynamik (etwa die Dienstleistungen für Unternehmen) ein geringeres Gewicht haben.  Auch sind gewisse hochproduktive Wirtschaftszweige in der DG erst gar nicht vertreten (Pharmaindustrie, Mineralölverarbeitung, …). Andere Erklärungsansätze finden sich in der unterschiedlichen Größenstruktur der Betriebe (viele Kleinstbetriebe in der DG, Sozialsitze von Gruppen meist außerhalb der DG), in der Lohnstruktur (höherer Arbeiter- und geringerer Angestelltenanteil, etwas höherer Anteil an Niedrigverdienern) und im höheren Anteil an Teilzeitbeschäftigten in der DG (dem in dieser Berechnung der Produktivität nicht Rechnung getragen wird).

Im Vergleich zur Wallonie weisen sehr wohl einige Sektoren der DG eine höhere Produktivität auf (Land- und Forstwirtschaft, Baugewerbe, Handel und KFZ, Transport, …).  Eine höhere Produktivität als in  Flandern verzeichnen in der DG hingegen nur die Verarbeitung von Steinen und Erden (wobei dieser Wirtschaftszweig gesamtwirtschaftlich kaum ins Gewicht fällt) und der Transportsektor.  Der starke Produktivitätszuwachs dieses Sektors in der DG ist allerdings überwiegend einem starken Personalabbau und weniger einem Wertschöpfungszuwachs geschuldet.

Arbeitsproduktivität pro Region (2013) 

Produktivitaet

Quelle: Institut des Comptes Nationaux, Comptes régionaux

In den Jahren 2005-2013 ist die Produktivität in der DG kontinuierlich angestiegen (+22%).  Dieser Anstieg basiert darauf, dass die Wertschöpfung stärker gestiegen ist als die Beschäftigung.

Die Produktivität ist in der DG auch stärker gestiegen als in den belgischen Regionen (Landesschnitt +18%), so dass die DG einen Teil ihres Rückstandes hat aufholen können.  Allerdings hat sich die Beschäftigung in den anderen Regionen positiver entwickelt als in der DG.

Wirtschaftswachstum

Im Jahr 2013 betrug das Wirtschaftswachstum (also das inflationsbereinigte Wachstum des BIP) in der DG -0,9% (im Vergleich zum Vorjahr). Auch in der Wallonie lag ein Rückgang vor (-0,7%), während die Wirtschaft in Flandern leicht gewachsen ist (+0,6%).  In Belgien insgesamt lag ein Nullwachstum vor.

Für 2014 zeichnet sich hingegen wieder eine positive Entwicklung in allen Gebieten ab (+1,3% für Belgien gemäß der provisorischen Zahlen des ICN für 2014).