Aktualisierung vom 23.12.2020

Arbeitnehmer

In der Deutschsprachigen Gemeinschaft werden derzeit 22.816 Arbeitsplätze gezählt (teil- oder vollzeitig). Sie verteilen sich auf 2.211 Betriebssitze (Stand Ende zweites Trimester 2019).

Fast die Hälfte aller Arbeitsplätze ist in der Gemeinde Eupen zu finden, während der Anteil der Betriebe und Einrichtungen sich dort auf rund ein Drittel beläuft.

Anzahl Betriebssitze und Arbeitnehmer pro Gemeinde (30.06.2019)

 

Betriebssitze

 

Arbeitnehmer

   

Männer

Frauen

Gesamt

in %

Amel

145

6,6%

698

303

1.001

4,4%

Büllingen

149

6,7%

740

484

1.224

5,4%

Burg Reuland

60

2,7%

147

130

277

1,2%

Bütgenbach

167

7,6%

681

711

1.392

6,1%

St. Vith

461

20,9%

1.813

2.252

4.065

17,8%

Kanton St. Vith

982

44,4%

4.079

3.880

7.959

34,9%

Eupen

734

33,2%

5.176

5.481

10.657

46,7%

Kelmis

154

7,0%

603

505

1.108

4,9%

Lontzen

125

5,7%

655

461

1.116

4,9%

Raeren

216

9,8%

1.197

779

1.976

8,7&

Kanton Eupen

1.229

55,6%

7.631

7.226

14.857

64,1%

Deutschsprachige Gemeinschaft

2.211

100%

11.710

11.106

22.816

100%

Quelle: ONSS/LSS

In Ostbelgien sind vorwiegend kleine mittelständische Betriebe angesiedelt. In 84 % der Betriebssitze privater Arbeitgeber sind jeweils weniger als 10 Arbeitnehmer beschäftigt und nur in 1 % der Betriebssitze sind mehr als 100 Personen beschäftigt. 

Die beschäftigungsintensivsten Sektoren sind das verarbeitende Gewerbe (22 % Anteil am Gesamt), das Gesundheits- und Sozialwesen (14 %) sowie Handel und KFZ (13 %). Damit sind in Ostbelgien deutlich mehr Personen im verarbeitenden Gewerbe beschäftigt als in den anderen Landesteilen (belgischer Durchschnitt: 12 % aller Arbeitnehmer). Umgekehrt ist in Ostbelgien der Anteil der Beschäftigten in den Dienstleistungen für Unternehmen deutlich niedriger.

Anteil der Arbeitnehmer pro Sektor -  Ostbelgien & Regionen 2019

Der Anteil der Frauen an den Arbeitnehmern steigt stetig an und liegt mittlerweile mit 49 % auf Landesniveau. Im Dienstleistungssektor stellen die Frauen die Mehrheit der Beschäftigten (62 %), während sie im Sekundärsektor nur 16 % der Arbeitnehmer ausmachen.

Mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmerinnen aus Ostbelgien (69 %) sind teilzeitbeschäftigt, während die Teilzeitbeschäftigung bei Männern mit 15 % noch eher die Ausnahme ist und vorwiegend von älteren Beschäftigten in Anspruch genommen wird. Insgesamt ist in den letzten Jahren die Tendenz zur Teilzeitarbeit sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen gestiegen, während die Zahl der Vollzeitbeschäftigten rückläufig ist. Auch im Vergleich zu den anderen Landesteilen - im belgischen Durchschnitt sind 53 % der Arbeitnehmerinnen Teilzeitbeschäftigte - arbeiten in Ostbelgien deutlich mehr Frauen in Teilzeit.

Frappierend ist die Entwicklung der Altersstruktur der Arbeitnehmer: Seit dem Jahr 2000 ist der Anteil der Beschäftigten über 50 Jahre von 16 % auf 34 % gestiegen und ein starker Rückgang der Beschäftigtenzahl macht sich in den Altersgruppen von 30-44 Jahren bemerkbar. Die Zahl der jugendlichen Arbeitnehmer ist lange stabil geblieben, seit 2013 dann aber deutlich gesunken. Auffällig ist hier, dass unter den jungen Beschäftigten nur halb so viele Frauen wie Männer zu finden sind.

Entwicklung der Arbeitnehmerzahl aus Ostbelgien pro Altersgruppe (2000-2019)

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitsplätze in Ostbelgien 2019 leicht gestiegen (+133 Arbeitsplätze, bzw. +0,6 %). Das verarbeitende Gewerbe blieb konstant (-4), wobei einem Rückgang im Nahrungsmittelgewerbe ein leichter Anstieg im metallverarbeitenden Bereich gegenüberstand. Auch im Baugewerbe gab es 2019 kaum Veränderung zum Vorjahr.

Im Dienstleistungssektor ist wieder ein leichter Anstieg der Zahl der Arbeitsplätze zu verzeichnen (+117 Arbeitsplätze bzw. +0,7 %): Vor allem im Unterrichtswesen und im Gesundheits- und Sozialwesen stieg die Beschäftigung etwas an (+90 bzw. +74), während im Bereich Verkehr und Lagerei erneut ein Rückgang zu beobachten war (-39).

In den anderen belgischen Regionen ist die Zahl der Arbeitsplätze von 2018 nach 2019 deutlicher angestiegen, und zwar um +1,3 % im belgischen Durchschnitt. Auch über einen längeren Zeitraum gesehen, gerät das Beschäftigungswachstum in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ins Hintertreffen: Sowohl über die letzten 20 Jahre als auch seit der Wirtschaftskrise 2009 ist die Zahl der Arbeitsplätze hierzulande nur halb so stark angewachsen wie im Landesdurchschnitt.